September

Ihr Lieben,
wo ist bloß die Zeit geblieben? Die letzten eineinhalb Jahre vergingen derart schnell! In einem Augenblick steuerte ich noch zielstrebig auf das Jahr 2020 zu, im nächsten wurde ich plötzlich Lehrerin meiner Grundschulzwillinge, gefolgt von einem seltsamen Sommer, in dem so viel nicht war wie gewohnt, dann nahm ich mit Anlauf die 40, und nun ist das Jahr 2021 auch schon fast rum und ich kaufte in dieser Woche die ersten Spekulatius.

Die letzten eineinhalb Jahre waren nur bedingt schön. Dinge, die ich mir mühsam wieder aufgebaut hatte, wie eine Alltagsroutine, sowas Greifbares wie Struktur, wurden von Covid19 mit einem hämischen Lächeln einfach weggefegt, und ich konnte wieder fast bei Null anfangen. Arbeiten von zu Hause aus, ja, das kenne ich und das ging bisher ganz wunderbar, doch 2020 war eben alles anders. Die Kinder im Homeschooling, der Ehemann zeitweise im Homeoffice, der Begriff „Systemrelevanz“ bekam eine ganz neue Bedeutung für die Künstler (und nicht gerade eine Gute).
Nachdem wir im Sommer kurz Luft holen durften, ging es mit Schwung in die 3. Klasse für meine Kinder, und pünktlich zu den Herbstferien 2020 hieß es wieder: Notbetreuung für systemrelevante Berufe und Wechselunterricht bis ins Neue Jahr. Weder für die Kinder noch für mich war das ein erträglicher und erhaltenswürdiger Zustand. Erst Anfang Juni 2021 wechselte die Grundschule wieder in den Präsenzunterricht und mit diesem Wechsel boxte ich mich bis zur Notbetreuung durch. Denn, seien wir mal ganz ehrlich: Wer kann genau so viel, genau so konzentriert arbeiten und dasselbe Pensum schaffen, wenn die Grundschulkinder zu Hause sind und betreut werden wollen? Na? Genau. Der Anteil der Menschen, die bei dieser Frage „Hier, ich!“ schreien, dürfte verschwindend gering sein.

Leuchtfeuer von Westerhever
Mein Roman "Das Erbe von La Florentina" im Südseecamp
Unser Osterhase

Doch kommen wir lieber zu den schönen Dingen, auch wenn sie eher an einer Hand abzählbar sind als an zwei: Im Sommer 2020 waren wir für zwei Nächte mit dem WoMo in Westerhever und für drei Nächte im Südseecamp. Im Herbst 2020 hatte ich ein Steinpilzfundfreuerlebnis (doch, das Wort ergibt einen Sinn!), wir machten ein Probesegeln auf dem Dümmer See und fuhren anlässlich meines 40. Geburtstags im Dezember für einen Tag nach Cuxhaven. Das ist doch was, oder?

im Februar 2021 war der Dümmer See aufgrund der länger anhaltenden Frostperiode so stark zugefroren, dass wir einen Eisspaziergang auf dem See machen konnten. Das hatte ich das letzte Mal als Grundschulkind erlebt … Pünktlich zu Ostern 2021 saß ein junger Feldhase bei uns im Garten, der sich bis in den Juli hinein regelmäßig morgens und abends bei uns blicken ließ. Es war eine Freude ihm zuzuschauen und seine Gewohnheiten näher kennenzulernen. Leider fand ich ihn Mitte Juli tot im Beet, was mich, zugegebenermaßen, einige Tage ganz schön mitgenommen hat.

In den Sommerferien 2021 machten mein Mann, die Zwillinge und ich unseren Segelgrundschein auf dem Dümmer See, eine Woche Jollensegeln und sich in kleinen Stücken näher an den Wasserport herantasten. Egal, ob wir das intensivieren werden oder nicht: für uns als Familie war die Woche am Dümmer eine schöne Zeit.

Erste Segelerfahrung auf dem Dümmer See

Nun hat der Herbst bereits Einzug gehalten. In diesem Jahr fand ich meine ersten Pfifferlinge, und am letzten Wochenende konnten wir endlich an einem Pilzkurs bei einem Sachverständigen teilnehmen, auf den wir uns schon sehr gefreut hatten. Aktuell steht viel Aufräumen im Garten an, Rückschnitt, Krauten und auch Pflanzarbeit. Vor Kurzem kochte ich Brombeermarmelade von unseren Beeren, unser Apfelbaum ‚Goldparmäne‘ trägt zum ersten Mal Früchte. Die Kinder wollen dieses Jahr Kürbisfratzen schnitzen, vielleicht backe ich Kürbisstuten.

Schreibend bin ich noch immer am Aufholen des verlorenen Jahres. So muss ich das leider sagen. Gerade durch den Erfolg beim Meet & Greet auf der Leipziger Buchmesse 2019 war ich angespornt, 2020 richtig loszulegen, mich endlich schriftstellerisch fest zu etablieren. Tja. Ich hoffe ganz stark, dass ich in diesem Jahr wenigstens noch eine Rohfassung fertigstellen kann. Ich möchte das, das Finanzamt möchte das, und die Künstlersozialkasse sowieso. Auf ins letzte Quartal 2021!

Montana Lovestory 1
Rohfassung 65%
Katie & Joshua
Rohfassung 45%
Cornwall Roman
Gliederung 20%

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