Schlagwort: Gedanken

Dezember

Nein, Schnee liegt in Norddeutschland bis jetzt noch nicht. Da ich noch einiges im Garten zu erledigen habe, bevor der „richtige“ Frost kommt – was auch immer „richtig“ in Zeiten globaler Erwärmung bedeuten mag – bin ich nicht traurig darum, noch keinen Schnee zu haben.

Das Jahr 2018 geht mit großen Schritten auf sein Ende zu. Sehr bald schon ist Weihnachten, und zwei Geburtstage später ist Silvester. Ehe man sich versieht, ist man im Neuen Jahr angekommen, muss sich an die neue Zahl am „Ende“ gewöhnen und ist vielleicht ein Stück weit mit zu vielen guten Vorsätzen unterwegs.

Seitdem ich vor einigen Jahren lebensbedrohlich krank war, habe ich es mir abgewöhnt mit auch nur irgendwelchen Vorsätzen ins neue Jahr zu gehen. Was soll’s auch? Man lebt im Hier und Jetzt.

Ich ziehe eher eine Bilanz, was ich im vergangenen Jahr an Gutem und Schlechtem erlebt habe, was mich erfreut, mich überrascht, unglücklich gemacht oder erschreckt hat.
Und was die Bilanz für 2018 angeht, kann ich sagen: Holy Guacamole! Was für ein Jahr!

Endlich wieder auf Reisen!

Wer selbst Elternteil ist und sich in seinen Freiheiten durch die Anwesenheit von Babies und Kleinstkindern deutlich eingeschränkt fühlt, der wird bei diesem Satz vielleicht erfreut aufhorchen: Hey, es wird besser! Reisen – auch weitere Strecken mit dem Auto – sind machbar!

Unsere Familie ist im April auf einem Miniminikurztrip nach Oslo, Norwegen gewesen – auf dem Schiff! – und ist im Mai mitsamt Kind und Kegel und Wohnwagen für fast drei Wochen durch Italien und Frankreich gefahren. Das letzte Mal war ich 2011 mitsamt der Zwillingskugel in Frankreich, ist also schon ’ne Weile her, und entsprechend groß fiel meine Freude über diesen Urlaub aus. Erst, wenn man unterwegs ist, geht einem richtig auf, wie sehr man die Freiheit des Unterwegsseins vermisst hat. Mir erging es jedenfalls so, und ich habe alle meine Eindrücke von Oslo, Norditalien und Frankreich in meinem Reisetagebuch festgehalten, um in Stunden, in denen ich mich wie festgekettet im Alltragstrott fühle, davon zu zehren. (Ganz zu schweigen von den drei Romanideen, die mich in Frankreich heimsuchten …)

Autorenleben – Es geht aufwärts

Schreibend war das Jahr 2018 für mich ein gutes Jahr. Zwar kann ich keine neue Veröffentlichung vorweisen, dafür habe ich aber den „Amalfi-Roman“ in seiner ersten Rohfassung fertig geschrieben und ein weiteres Manuskript während des NaNoWriMos in seiner Rohfassung verfasst.

Der Amalfi-Roman spielt in Kampanien, in Süditalien auf einem Weingut. Die Protagonistin erhält dieses kleine Weingut durch eine Vorvererbung ganz unerwartet, sie wusste nicht, dass dieses überhaupt im Familienbesitz existiert. Sie bricht nach Italien auf und macht sich daran, herauszufinden, wie es in den Besitz ihrer Familie gelangen konnte, und deckt dabei das dunkelste Kapitel ihrer Familiengeschichte auf. Je tiefer sie in die Geschichte des Weinguts eintaucht, umso mehr wird ihr offenbart, dass ihr Leben auf einem Fundament aus Lügen und Betrug aufgebaut ist, und desto schwerer wird es für sie die Gefühle des Verwalters des Weinguts zu erwidern. Sie hat einen Haufen Hindernisse aus dem Weg zu räumen und am Ende für sich einzustehen, bevor sich doch noch Alles zum Guten wendet.

Zum Jahresabschluss

Am Ende wird Alles gut. Daran glaube auch ich ganz fest. Neben dem belletristischen Schreiben hat mir das Tagebuchschreiben 2018 über so manch frustreiche Stunde hinweg geholfen, z. B. wenn die Wäscheberge des Himalaya wieder einmal gigantisch waren oder ich vor lauter Alltagsstress, Familienleben und Haushalt (Unkraut wächst sogar bei monatelanger Trockenheit!) nicht mehr zum belletristischen Schreiben gekommen bin.

Aber was soll’s. Am Ende wird schon Alles gut werden. Und so nehme auch ich langsam aber sicher Abschied vom Jahr 2018, wäge ab, was ich davon mit „rüber“ nehme ins Neue Jahr und trage in diesen Tagen Sorge dafür, möglichst viel zum Abschluss zu bringen, damit ich es loslassen kann und frei bin für Neues, das mir in 2019 begegnen wird.