Räume deinen Schreibtisch auf!

Wie bitte? Ich soll meinen Schreibtisch aufräumen? Entschuldigung, aber: Weißt du, wie lange es dauert, dieses Chaos zu beseitigen? Und überhaupt: Der sieht doch nach einer Woche wieder genauso aus, wozu also sich die ganze Arbeit machen?

Am zweiten Montag im Januar ist es wieder soweit: es ist internationaler Räume-deinen-Schreibtisch-auf-Tag! Weshalb es eine gute Idee ist, den Schreibtisch aufzuräumen, erfährst du in diesem Blogartikel.

Das kunterbunte, laute Chaos auf deinem Schreibtisch

Es gibt Phasen in meinem Leben, da passiert so viel in so kurzer Abfolge, dass ich leider die Abkürzung nehme und sprichwörtlich nur noch “oben drauf schmeiße”. Das Resultat siehst du auf obigem Foto.

Mein Schreibtisch ist vollgepackt mit allem Möglichen, das seit Ende Oktober den Weg in mein Büro gefunden hat. November und Dezember sind für unsere Familie wahre Kampfmonate, nicht nur, dass alle in diesen acht Wochen Geburtstag haben, mein Mann ist auch regelmäßig zehn Tage auf Dienstreise und ich übernehme das Haus-Zwillings-Kater-Management alleine. Dazu kommen die Vorbereitungen für Weihnachten wie Geschenke kaufen, den Adventskranz binden, die Weihnachtsdekoration anbringen, oh, und die Handballsaison meiner Handball-affinen Familie erlebt kurz vor dem ersten Glühwein ihren Zenit. Ich bin Elterntaxi, Trösterin, Anfeuerin und Wäscherin sämtlicher Trainingskleidung und Trikots, ersetze ganz plötzlich zu klein gewordene Sportschuhe und fahre meine Tochter zum eineinhalb Stunden entfernten Torwarttraining. Kurzum: zum Jahresende ist der Kalender noch einmal so richtig voll, und was auf der Strecke bleibt – leider! – ist meine Selbstfürsorge in Form eines aufgeräumten Schreibtisches.

Über diese Unordnung könnte ich mich jetzt aufregen, oder ….

… es akzeptieren, dass es so ist und entsprechend danach handeln. Zwar passiert mir das mit dem Schreibtischchaos immer wieder, aber irgendwann komme ich an einen Punkt, an dem es mir echt reicht mit der Unordnung, und dann findet eine große Ausmisten- und Aufräumaktion statt, so lange bis die Tischplatte wieder glänzt und ich mich in meiner Büroecke wieder wohlfühle.

Ein aufgeräumter Schreibtisch ist nicht einfach nur eine saubere Fläche

So, wie behauptet wird, dass ein chaotischer Schreibtisch ein Spiegel eines überbordenden, unorganisierten Lebenswandels ist (was ich für diese letzten acht Wochen des Jahres durchaus unterschreiben würde), so wird auch gesagt, dass ein ordentlicher, möglichst leer belassener Schreibtisch den geordneten und strukturierten Geist spiegelt, der ihn nutzt.

Ist dein Schreibtisch wirklich aufgeräumt

  • hast du das Gefühl, Dinge im Griff zu haben
  • kannst du dich besser strukturieren und vorausplanen
  • findest du leichter Dinge wieder
  • belädst du dich nicht mit unnützem Ballast
  • und bringst dein Gehirn nicht alleine durch das wiederholte Betrachten der überall herumliegenden Gegenstände in Bewertungs- und Entscheidungszwang.

Ein aufgeräumter Schreibtisch bringt Klarheit

Ich merke es jedes Mal wieder: wenn meine Hütte mit der Holzplatte und dem Stuhl davor endlich mal richtig auf Vordermann gebracht ist, habe ich das Gefühl, wieder frei durchatmen zu können, meine Motivation steigt und ich spüre so viel mehr kreative Impulse, die ich für meine künstlerische Arbeit nutzen kann. Im Grunde genommen ist es so, als würde durch die freie Fläche Raum in meinem Kopf geschaffen werden für neue Ideen, unerwartete Gedankengänge und das Verknüpfen von Zusammenhängen (in der Romanplanung, im Familienalltag, in der Selbstorganisation), die ich vorher durch das ganze Chaos schlicht nicht gesehen habe.

Der Schreibtisch ist aufgeräumt? Dann belohne dich!

Nach meiner letzten grundlegenden Aufräumaktion habe ich mir am nächsten Tag Bilder bei Pinterest angeschaut, wie ein Schreibtisch auch noch aussehen könnte, außer natürlich aufgeräumt zu sein. Ja, ich gebe zu, da waren ein paar sehr ästhetische Bildkompositionen dabei! Schließlich habe ich mich gefragt: Warum eigentlich nicht? Warum sollte ich nicht durch gezieltes Dekorieren wenigstens versuchen, insgesamt weniger zukünftiges Stapelchaos zu produzieren, denn wie sieht das denn aus, bitteschön, wenn die duftende Kerze innerhalb der Papierstapel begraben ist, die kann doch dann gar nicht richtig zur Geltung kommen!  

Nun besitze ich neben ein paar Duftkerzen auch einige Grünpflanzen und eine hübsche Vase für getrocknete Blüten aus dem Garten. Sieht gleich ganz anders aus mein Schreibtisch, und bisher hat mich die “Office Aesthetic“ erfolgreich davon abgehalten, die Oberfläche gleich wieder zuzumüllen.

Also, machst du mit beim Räume-deinen-Schreibtisch-auf-Tag am 12. Januar?

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