Frohes neues Jahr!

Seid ihr gut rübergekommen? Habt ihr das alte Jahr hinter euch gelassen und blickt nun voller Vorfreude einem ganz neuen, völlig unbeschriebenen neuen Jahr entgegen? Oder kümmert euch der Jahreswechsel kaum? Ein Jahr ist doch eh wie das andere?

Habt ihr euch Neujahrsvorsätze überlegt?

Da ich Typ “weißes Blatt” bin, wenn es um neue Jahre geht, neige ich eher dazu, mir eine Menge Neujahrsvorsätze zu überlegen. Ich meine, in Gedanken, da optimiert man sich ja ganz schnell, man findet ja auch immer etwas, das sich verbessern ließe. Weniger Kilos auf den Rippen, mehr Sport und supergesunde Ernährung. Bloß, an den Taten, da hapert’s dann doch.

Neujahrsvorsätze sind verheißungsvoll, das neue Jahr ist verführerisch

Wenn das neue Jahr vor einem liegt, die Kalenderblätter noch ganz neu und unbeschrieben sind, dann gibt es so viele Möglichkeiten. Es ist so viel Raum da – laut Google sind wir mit 8.760 Stunden gesegnet, die wir füllen können – so viel Zeit, Neues anzustoßen, etwas zu verändern, sich Ungeliebtes ab- und sich neue Gewohnheiten anzugewöhnen. Warum also nicht gleich zu Jahresbeginn damit loslegen, und die Liste der Wünsche ist gleich ordentlich lang. Alles soll anders werden! Wir wollen ja auch schließlich jede Menge positiver Resultate sehen.

Kleiner Realitätscheck für Neujahrsvorsätze

Puh. Also, von den 8.760 Stunden muss ich erstmal 2.555 Stunden schlafen, vorausgesetzt, ich schlafe 7 Stunden pro Nacht. Dann muss ich ja auch noch Arbeiten gehen. Laut Internet stehen für Niedersachsen in diesem Jahr 254 Arbeitstage an. Abzüglich der Urlaubstage ziehe ich mir für die reine Arbeitszeit weitere 1.530 Stunden ab. 

Für 2026 bleiben mir nach Schlafen und Arbeiten noch 4.675 Stunden übrig. Ich muss aber noch Pendeln (- 500 Stunden), Einkaufen, Kochen, Waschen, Putzen (- 750 Stunden) und zum Rückenfitkurs gehe ich ja auch noch (- 50 Stunden).

Nach Abzug dieser weiteren Verpflichtungen bleiben mir noch 3.375 Stunden übrig. Die Zeit der Urlaubstage ziehen wir auch noch ab, denn die verbringen wir für gewöhnlich anders als die Stunden des Alltags. So lande ich bei 2.655 Stunden, das sind im Schnitt 7 Stunden pro Tag, die nicht fremdgewidmet sind. An den Wochenenden haben wir davon mehr, an Feiertagen auch, unter der Woche in der Regel weniger.

Diese – zugegeben – wirklich grobe Rechnung zeigt mir, dass ich im Grunde genommen sehr wenig Zeit habe, um die lange Liste meiner Neujahrsvorsätze umzusetzen. 

Will ich zum Beispiel gesünder kochen, muss ich neue Rezepte ausprobieren, also verbringe ich häufiger mehr Zeit in der Küche als gewöhnlich. Möchte ich für die bessere Fitness noch regelmäßig alle paar Tage zum Schwimmen, “kostet” mich auch das mehr Zeit. Widme ich meinen Finanzen mehr Aufmerksamkeit als sonst, weil ich vielleicht in ETFs einsteigen möchte oder mich insgesamt mit dem Thema intensiver beschäftigen will, verbringe ich mehr Zeit vor den Konten.

Das Pensum, sich neue Gewohnheiten aufzubauen, die Neujahrsvorsätze umzusetzen, ist bei vielen wohl schneller erschöpft, als sie denken. Und deshalb scheitern wir so oft am Wunsch, sich an die Neujahrsvorsätze zu halten. Wir überladen uns mit viel zu viel für viel zu wenig Zeit, die wir für die Umsetzung auch nur ansatzweise haben.

Und wie gesagt: es ist ja auch verlockend. So viele leere Blätter, so viele Möglichkeiten. Wenn wir nur die ganze Zeit hätten, die die Kalenderblätter uns darstellen!

So setze ich meine Neujahrsvorsätze um

Mittlerweile bin ich sehr vorsichtig geworden, was die Verfügbarkeit “meiner” Tagesrestzeit angeht, nachdem ich alle meine Pflichten erfüllt habe. Ich teile sie nicht gerne diese Zeit, fahre sogar manchmal die Krallen aus, wenn einer sie rauben will. Zeit ist kostbar. Sie ist ein endliches Gut, das bewusst genutzt und eingesetzt werden will. Aus der Erfahrung weiß ich, dass mein Wunsch groß ist, gleich ganz viele Dinge anzustoßen und zu verbessern. Ich weiß aber leider auch, dass ich grandios scheitere, wenn ich mich mit guten Vorsätzen überlade.

Aus der langen Liste der Neujahrsvorsätze wähle ich mir deshalb nur einen einzigen Vorsatz aus, an den ich mich halten will. Einer, der mir am Herzen liegt, der mir ganz besonders wichtig ist. Diesen Neujahrsvorsatz versuche ich umzusetzen und ihn in meinen Alltag zu integrieren. Die anderen Vorsätze müssen leider warten. Ich habe nicht die Zeit, mich um alle zu kümmern, so leid es mir tut.

So schwer es auch sein mag, Triage an den Neujahrsvorsätzen zu betreiben, das Gute ist, dass ich mich wirklich nur noch um einen Vorsatz kümmern muss. Die Entscheidung entlastet mich und ich überfordere mich dadurch nicht. Sich für einen einzigen Neujahrsvorsatz zu entscheiden bedeutet auch, sich voll und ganz auf diesen Vorsatz konzentrieren zu können.

Manchmal gelingt es einem ja auch erstaunlich schnell, einen Neujahrsvorsatz umzusetzen und zu halten. Papier ist geduldig, die Liste mit den Neujahrsvorsätzen wartet in der Schublade des Schreibtisches, sie kann jederzeit herausgeholt, überarbeitet und angepasst werden. Wenn ich merke, dass es mit dem einen Vorsatz nach einem Quartal so gar nicht klappen will, kann ich mir einen anderen Punkt meiner Liste suchen und ihn in meinen Alltag integrieren. Womöglich hilft mir dieser Vorsatz dann sogar, den ersten Vorsatz doch noch umzusetzen.

Sei nicht so hart zu dir, wenn es um Neujahrsvorsätze geht

Wichtig ist, dass wir Dinge tun, die uns gut tun. Dass wir liebevoll und wohlwollend mit uns umgehen, uns nicht überfordern, nicht zu streng mit uns sind, und dass wir uns vor allem nicht mit Selbstvorwürfen überschütten, wenn ein Neujahrsvorsatz im Sande verläuft. Es gibt immer einen guten Grund, warum etwas nicht klappt. Vielleicht war der Vorsatz von zu heißer Hand gestrickt und am Ende doch gar nicht so wichtig für dich wie angenommen. Oder du hast eine Version deiner Selbst sein wollen, die so gar nicht konform ist zu deinem jetzigen, echten Selbst. Manchmal hat man auch einfach nur angenommen, man hätte mehr Zeit, die Neujahrsvorsätze umzusetzen.

Hast du Neujahrsvorsätze? Wie sorgst du für ihre Umsetzung? Gelingt es dir leicht, dich an sie zu halten?

Ich für meinen Teil werde es zunächst mit diesem Vorsatz versuchen: Weniger Zucker konsumieren.

Glaub mir, allein damit habe ich schon genug auf meinem Teller …

Egal, ob und was ihr euch für 2026 an Neujahrsvorsätzen auf die Fahne geschrieben habt: Ich wünsche euch jedenfalls von Herzen ein frohes neues Jahr!

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