Zuckerfrei – meine persönliche Challenge für 2026

Eine Sache liegt mir in diesem Jahr am Herzen und das ist meine Gesundheit. Ich hebe keine Gewichte und regelmäßig Joggen gehe ich auch nicht. Derzeit besuche ich einen Rückenfitkurs, arbeite im Garten und gehe gerne spazieren. Alkohol trinke ich seit mehreren Jahren nicht mehr, was gut ist, und mit dem Rauchen habe ich vor mittlerweile 25 Jahren aufgehört. Also, eigentlich alles chic, oder?

Mein zuckersüßer Zahn

Viel zu gerne nasche ich Schokolade, knabbere Kartoffelchips oder bereite mir eine Schale Eiscreme zu, mit Schokosauce natürlich, gerne Sahne und Krokantstreusel obendrauf – Frau gönnt sich ja sonst nichts. Muffins, Butterkuchen, Zimtschnecken? Immer gerne her damit! 

Die Liste meiner zuckersüßen Vorlieben liest sich wie das Who’s Who der Naschregale des Supermarktes:

  • Zartbitterschokolade
  • Zimtschnecken 
  • Muffins
  • Gummibärchen
  • Schokocrossies
  • Schokoküsse
  • Eiscreme
  • Krokant
  • Raspelschokolade
  • Schokoriegel
  • Luftschokolade
  • Saure Gummibärchen 
  • Kartoffelchips
  • Knabbergebäck
  • Salzstangen
  • Salz- und Essigchips

Oh, und diese alkoholfreien Mischgetränke, Softdrinks und Eistees? 

Zu Feierabend müde? Zucker liefert dir die schnelle Energie!

Blöde ist halt, wenn sich in meinem mittleren Alter jeder konsumierte Schokoriegel nicht mehr einfach wie früher wegbrennt, sondern sich gemeinsam mit seinen Kumpels wie Bleigewichte auf meinen Hüften klebt. Und blöde ist auch, wenn sich Gewohnheiten einschleichen, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Wer setzt sich nicht gerne nach dem Tagewerk aufs Sofa? Einfach nichts mehr entscheiden müssen, nichts mehr tun müssen, nichts mehr voranbringen müssen, einfach nur noch sein dürfen. Und in meinem Fall: Zucker, um den Energiepegel wenigstens so weit noch hoch zu bringen, dass ich die letzten zwei, drei Stunden des Tages noch Reserven mobilisieren kann, um halbwegs was vom Abend zu haben. Meine Hilfsmittel? Ein gezuckertes Getränk, ein paar Kartoffelchips oder eine Schale Eiscreme für die schnelle Energie.

Da mir das gehörig auf den Keks – äh, die Hüften und die Energie geht, brauche ich Abhilfe. Die Logik weiß, dass ich einfach nur aufhören muss, das Zuckerzeug zu essen und zu trinken. Die Bauchregion da unten hat davon aber ihre ganz eigene Vorstellung, und über die Dopamin-geile Hirnregion reden wir besser gar nicht erst.

Warum greifen wir wider besseren Wissens zu Süßigkeiten & Co?

Ich habe mein Suchti-Verhalten einige Zeit lang beobachtet, und dabei ist mir aufgefallen, dass ich zum schnellen Zucker greife, wenn ich müde bin (Hauptgrund Nummer 1), gestresst oder missmutig und traurig.

Dabei weiß doch so gut wie mittlerweile jeder, dass übermäßiger Zuckerkonsum zu Diabetes und nicht-alkoholischer Fettleber führen kann. Bisher ist da bei mir zum Glück noch nichts festgestellt worden, noch freut sich mein Arzt, wenn er meine “Spenderleber” im Ultraschall sehen kann. Natürlich will ich, dass das so bleibt und über Ernährung kann man so viel machen. Auch das wissen wir mittlerweile. Leider hänge aber auch ich aufgrund von

wie so viele andere an der Zucker-Pipeline der Supermarktketten und Großkonzerne.

Mein Neujahrsvorsatz für 2026: Weniger Zucker konsumieren

Man kennt sich ja selbst am besten, und ich weiß aus Erfahrung, dass ich nicht sofort alles ändern kann, weil ich es dann garantiert nicht hinbekomme.

Für mich drückt der Zuckerschuh am schlimmsten an den Punkten “Abends auf dem Sofa” und “Emotionales Essen“. Deshalb würde ich zum Beispiel einen mit der Familie geplanten Besuch beim Eiscafé durchaus wahrnehmen wollen, dem abendlichen Eisbecher auf der Couch aber dicke Minuspunkte geben. Das eine findet aufgrund der horrenden Preise ohnehin nur noch ein- bis zweimal im Jahr statt und ist ein besonderes Ereignis, das andere ist schlichtweg eine überflüssige, blöde Angewohnheit. Weder sozialisiere ich in dem Moment mit der Familie, noch nehme ich den hauseigenen Eisbecher als etwas Besonderes wahr – das sollte er aber stets sein.

Zehn Strategien um aus meinen schlechten Angewohnheiten herauszukommen 

Zuerst kommt der Jieper, dann der Impuls dem nachzugeben, und dann kommen etwa zwei kritische Minuten, in denen sich entscheidet, ob ich zum Schokoladenriegel greife oder nicht. Zwei Minuten aussitzen. Es ist dasselbe Prinzip wie bei Zigaretten und Alkohol. Anerkennen, dass der Impuls da ist, ihn bewusst wahrnehmen und ihn aussitzen. Er geht nämlich weg, versprochen. 

Zuerst habe ich überlegt, ob ich eine Alternative zu Chips und Co wählen könnte. Eine gesündere Wahl wie zum Beispiel Gemüsesticks, Käsewürfelchen und Trauben, oder selbstgebackene Cracker. Aber nee, damit würde ich ja immer noch essen, und das will ich nicht. Nach dem Abendessen ist Schluss.

Es sind halt die schnellsten Energielieferanten, da braucht man sich nichts vormachen. Oder man schiebt sich alternativ gleich einen Teelöffel voll Zucker in den Mund. Wasser und Kräutertee ungesüßt, mehr erstmal nicht. 

Denn da gehört es hin. Punkt. Nein, ganz ehrlich: Wenn ich Schokolade, Gummibärchen, Kartoffelchips, Eiscreme, Cracker und Pralinen nicht im Haus habe, habe ich auch weniger Verlockung davon zu naschen. 

Selbst zu backen bedeutet Aufwand zu betreiben. Ein Teilchen vom Bäcker oder aus dem Gebäckregal ist schnell geholt. Einen Kuchen selbst zu backen nimmt Zeit in Anspruch. Die Zutaten müssen da sein, es muss genug Zeit zum Vorbereiten und Backen und anschließendem Verzehr da sein. Das alles sind Hürden, die genommen werden wollen, bevor auch nur eine Gabel voll Zucker den Gaumen kitzelt. 

Auch wenn Zuckersaft eine so einfache Lösung ist, tue ich meiner Gesundheit damit absolut keinen Gefallen. Yoga, ein kurzes Nickerchen oder Spazierengehen sollen meine Alternativen sein.

Auf Baustellen Präsenz zeigen, im Garten arbeiten, im Haus etwas putzen … Die Liste der Alternativen, um Stress loszuwerden, ist groß. 

Einer lieben Freundin eine Sprachnachricht schicken und ihr etwas Positives erzählen, holt mich aus dem Tief und erfreut die Freundin, Win-Win-Situation also. Schreibe ich an meinen Texten, vergesse ich alles um mich herum, auch die Traurigkeit und den Wunsch nach einem Schokoriegel. 

Hormonelle Kratzigkeit, Ärger bei der Arbeit, Streit mit dem Ehemann sind alles keine Gründe, um zur Kartoffelchipstüte zu greifen. Vielleicht würde es dann eher helfen, mir den Vorfall im Journal von der Seele zu schreiben. Oder ich gehe den Gemüsegarten umgraben. 

Manchmal spielt einem das Leben ganz schön mit und Dinge außerhalb meines Einflussbereichs passieren. Dann ist es besonders wichtig, gut auf mich Acht zu geben und meine Bedürfnisse wahrzunehmen.

Den Zuckerkonsum auf smarte Art reduzieren

Nachdem die obigen Eckpfeiler stehen, verwandle ich sie in smarte Ziele, damit ich eine klare Vorstellung davon habe, was ich erreichen will:

  • S = Specific
    Was will ich erreichen?
    Ich will keine Schokoladen, Süßigkeiten, Chips, Eiscreme mehr essen und keine gezuckerten Getränke wie Limonaden, Cola, Eistee mehr trinken.
  • M = Measurable 
    Wie weiß ich, dass ich mein Ziel erreicht habe?
    Ich tracke die Tage und führe Buch über den Prozess, indem ich Veränderungen meines Körpers und meiner Psyche notiere. 
  • A = Attainable
    Liegt es in meiner Macht, das Ziel zu erreichen?
    Ja, ich kann mein Ess- und Trinkverhalten unabhängig von anderen steuern.
  • R = Realistic
    Ist mein Vorhaben realistisch?
    Ja, ich achte bewusst darauf, mich herauszufordern, mich aber auch nicht zu überfordern.
  • T = Timebound
    Bis wann will ich mein Ziel erreicht haben? 
    Ich will mein Ziel bis zum Ende des 1. Quartals 2026 erreicht haben (31.03.2026).

Können Zuckeraustauschstoffe eine Alternative zum Haushaltszucker sein?

Sicherlich hast du bereits schon vom Ersatzzucker gehört. Nachdem alle Welt mehr oder weniger begriffen hatte, wie schädlich Zucker ist (der aus der guten alten Zuckerrübe), machten Zuckeraustauschstoffe Furore in den Supermarktregalen. Plötzlich gab es Erythrit zu kaufen, Xylit / Birkenzucker, Stevia, Kokosblütenzucker und Sorbit, um nur einige von ihnen zu nennen. Ich habe das mit ziemlicher Skepsis beobachtet und solche Zucker noch nie verwendet. Was der Bauer nicht kennt …

Vielleicht mögen diese Zuckeraustauschstoffe für einige Menschen hilfreich sein. Vielleicht helfen sie ihnen, ihren Zuckerkonsum zu überdenken. Ich befürchte, dass ich mein Problem einfach nur verlagere (Symptombehandlung), aber die Ursache (zu viel Süßes) ist noch immer da. Deshalb habe ich mich entschieden, keine Zuckeraustauschstoffe zu verwenden.

Ein persönlicher Blogbeitrag – doch Zucker ist ein gesellschaftliches Thema

Vielleicht mag es etwas ungewöhnlich erscheinen, dass eine Autorin sich auf ihrer Website zum Thema Zuckerkonsum auslässt. Einige mögen denken „Was hat das Thema jetzt mit ihren Büchern zu tun?“, und ja, richtig: In keinem meiner Werke geht es aktuell um das Thema Zuckerkonsum. Schriftsteller schreiben für gewöhnlich über das, was sie beschäftigt, und diese Problematik beschäftigt mich schon lange. Nicht nur für mich selbst, sondern auch für andere, wie zum Beispiel meine Kinder, die in eine Gesellschaft hineingeboren worden sind, in der es völlig legitim ist, Regalmeter voller Süßigkeiten, gezuckerter Getränke und vermeintlich gesunder Lebensmittel anzubieten. Es scheint niemanden zu kratzen, dass Eltern, die auch nur halbwegs gesundheitsbewusst sind, im Supermarkt, auf Geburtstagsfeiern, beim Schulkiosk ständig Kämpfe mit ihrer Brut auszufechten haben, nicht so viel von dem süßen Zeug zu essen. Deshalb war es mir wichtig, diese Thematik einmal aufzugreifen und Überlegungen anzustellen, warum eine große Abhängigkeit zum Zucker besteht und Möglichkeiten zu finden, daraus auszubrechen.

Habt ihr euch schonmal Gedanken dazu gemacht, wie viel Zucker ihr konsumiert? Habt ihr schonmal versucht, auf Zucker zu verzichten? Was war eure Methode?

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