Zeit für den Jahresrückblick. 2025 war ein Jahr der Veränderung
Neuer Arbeitsplatz
Nachdem ich 2023 wieder in meinen erlernten Beruf zurückgekehrt bin, stand im Februar 2025 ein Arbeitsplatzwechsel an. Aus einem kleinen Bremer Planungsbüro ging es hinein in den öffentlichen Dienst der Kommunalverwaltung. Eine riesige Umstellung, spannend, frustrierend, herausfordernd und manchmal überwältigend zugleich. Die Lernkurve ist nach wie vor steil, neben fachspezifischen Fortbildungen habe ich an manchen Tagen das Gefühl, mich ins Verwaltungsbootcamp geschmissen zu haben … aber, ich komm da schon durch.
45
In diesem Dezember bin ich 45 Jahre alt geworden. Seltsamerweise denke ich sonst im Alltag überhaupt nicht über mein Alter in Jahren nach, aber an diesem Geburtstag war es ein wenig anders: sehr oft habe ich mich bei der Frage erwischt, ob ich meine Halbzeit gerade erreicht habe. Nach etwas Grübelei bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es sehr sinnvoll ist, nicht zu wissen, wann die tatsächliche Lebenshalbzeit erreicht ist. Dennoch, diese Zahl lädt zur Reflexion ein, zur Dankbarkeit für das Leben, das man bereits erleben durfte und zur Neugierde auf das, was noch kommt.
Mindset

Mein Wort des Jahres 2025.
Mit 45 Jahren den Arbeitsplatz zu wechseln, noch einmal wieder ganz von Neuem anzufangen, akzeptieren lernen, dass man langsam in ein Alter kommt, in dem man mit dem eigenen Körper nicht mehr ganz so unbedarft umgehen kann wie in seinen Zwanzigern (es sei denn, man stemmt Gewichte, dann darf man alles), das sind Veränderungen, mit deren Umgang viel innere Einstellung verbunden ist und zwar die Richtige. Deine Gedanken steuern deine Handlungen, also hab besser wohlwollende, liebevolle Gedanken über dich selbst.
So weit die Theorie. In der Praxis war es ganz schön herausfordernd, nachsichtig zu mir selbst zu sein, mich wertzuschätzen, mich zu feiern, wenn ich einzelne Bausteine des neuen Alltags gemeistert hatte. Da ich die Dinge manchmal ein wenig zu sehr durchdenke, bevor ich ins Tun komme, hatte ich gut damit zu tun, mich immer wieder anzuschieben, meinen Mut zusammenzusammeln und mich ins Unbekannte hineinzuwerfen.
Hellas!

Im Herbst haben wir unseren Familienurlaub auf Kreta verbracht. Zuvor waren wir noch nie in Griechenland gewesen, waren auch ein wenig skeptisch, was uns erwarten würde, doch ich denke, dass wir durchaus noch einmal nach Kreta fliegen würden. Über das gute Essen reden wir vielleicht besser nicht, sonst haben wir alle Hunger!

Die Insel ist interessant. Sie ist chaotisch, manchmal laut, voll von touristischem Nepp, aber auch herzlich, wild und unerwartet. Wandern war schon immer eine meiner liebsten „Sportarten“, und Kreta bietet hierfür unendlich viele Möglichkeiten. Wenn einem das wuselige, lärmende Heraklion zu viel wird, braucht man sich nur irgendein Tal suchen und kann für Stunden in eine stille, ganz andere Welt eintauchen.
Kreta ist eine schmale, langgestreckte Insel, und es ist infrastrukturell nicht so bequem wie in Deutschland von A nach B zu kommen. Deshalb haben wir uns auf unseren Touren auf Orte beschränkt, die wir innerhalb von 1,5h Autofahrt erreichen konnten. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Insel zu entdecken, und dass wir nicht bis an den letzten Zipfel gefahren sind, eröffnet Möglichkeiten für weitere Inselbesuche.

Zwillinge
Ich habe keine Kinder mehr. Ich habe 14jährige Jugendliche, die mit dem Auto auf dem Hof fahren wollen („Ich kann das!“), die meinen begleitet trinken zu können („Ich darf das!“), die absolut keinen Bock mehr haben, sich irgendwas sagen zu lassen („Ich weiß das schon längst!“). Die himbeerfarbene Wand ist unerträglich geworden, die Kallaxe sind was für Anfänger und überhaupt, man braucht jetzt ein Bett, breit genug „damit da auch die Freundin, die irgendwann kommt, noch Platz drin hat“. In diesen Sommerferien haben wir die letzten unerwartet aus irgendwelchen Ecken aufgetauchten Kinderspielzeuge ausgeräumt, die Wände ihrer Zimmer gestrichen und neu möbliert. Wir Eltern müssen lernen loszulassen, und das ist manchmal alles andere als leicht.
Neuer Roman
2019 erschien „Das Erbe von La Florentina“ im Imprint Forever des Ullstein Verlags. Dann kam Corona, monatelang Zuhauseschule, schließlich mit Wechsel der Zwillinge von der Grundschule aufs Gymnasium die Erkenntnis, dass ich in die Landschaftsarchitektur zurück will. Dass mir das Schreiben sehr viel bedeutet, womöglich so viel, dass ich alles perfekt und richtig machen will, Alles-oder-Nichts-Denken, und ich mich damit immer wieder vor die Wand schmeiße. Also habe ich 2022 meinen Mut zusammengepackt und mich wieder beworben. Um weiterschreiben zu können, so seltsam das klingen mag. Um ein regelmäßiges Einkommen beizusteuern, um vorhersehbar und planbar zu werden, um mein Rentenbudget aufzubessern. Um wieder ohne Erfolgsdruck zu schreiben, einfach nur, weil es mir Spaß macht, weil ich Lust habe (und manchmal auch nicht!) Geschichten zu erzählen. Deshalb hat es, mit oben erwähntem Arbeitsplatzwechsel und dem Rest, so verdammt lange gedauert, bis ein neuer Roman das Licht der Welt erblickt hat.
Im September war es dann soweit: fast 6 Jahre nach meinem letzten Buch ist „This One Christmas Wish“ im Selbstverlag erschienen, eine New Adult Christmas Romance, und für mich ein Ausflug in ein ganz anderes Genre. Freue ich mich, den nächsten Roman draußen zu haben? Ja. Wünsche ich mir, schneller zu schreiben, regelmäßiger zu veröffentlichen? Ja. Ist das realistisch? Siehe Punkt 1 der Jahresrückblicks. 33 Wochenstunden woanders arbeiten ist genau das: 33 Wochenstunden für jemand anderes tätig sein und nicht für sich selbst.

Website und Social Media
Lange habe ich überlegt, wie ich es „richtig“ mache mit der Selbstvermarktung als Autorin, der Sichtbarkeit im Social Media, dem ganzen Buzz. Natürlich ist man ehrgeizig, will alles optimal machen, neigt vielleicht auch dazu sich in Richtungen zu verbiegen, nur weil andere behaupten das müsse so sein. So. Ist das so? Das Schöne am 45 Jahre alt sein ist, dass ich seit Längerem das Gefühl habe, resilienter zu werden gegen „Du musst“ und „Du sollst“. Es fühlt sich ganz wunderbar an rundheraus Nein sagen zu können, wenn Erwartungshaltungen anderer gegen meine Werte verstoßen. Ich werde mir deshalb einen Weg suchen, meine Website und meine Social Media Accounts so zu nutzen, wie ich mich damit wohlfühle. Alles andere wäre Selbstbetrug, und ganz ehrlich: Das braucht keiner. Die Intuition sagt einem ja schon oft gleich zu Beginn eines Vorhabens, ob es konform zu den eigenen Werten ist oder nicht. Ich lasse meine Intuition dann mal machen – und freue mich darauf „meine Welt“ wiederzuentdecken, wie ich mich sonst beim Anblick meiner verwaisten SoMe Accounts lange nicht mehr gefreut habe.
Ausblick
Wenn 2025 das Jahr der Veränderung war, dann wünsche ich mir, dass 2026 einen Touch von Ruhe bekommt. Dass ich die Gelegenheit finden werde, mich an meinem neuen Arbeitsplatz zu festigen, neue, noch wackelige Routinen einzementiere und alles einen Schritt langsamer angehen lasse. Mit 45 muss Frau ja ein wenig mehr auf sich aufpassen, gell?
2026
In einem Wort: Kohärenz.
